Zum Mai 2020 wird an St. Stephan-Christuskirche nun endlich wieder ein neuer Kantor „den Ton angeben“. Burkhard Pflomm – bisher in Bietigheim-Bissingen Kantor – hat sich im Bewerbungsprozess Ende 2019 durchgesetzt. Daher gibt es heute einen Blick auf den Kirchenmusiker und Menschen Burkhard Pflomm.

Zur Person

Burkhard Pflomm studierte zum einen Schulmusik in Freiburg, zum Anderen Kirchenmusik in Esslingen am Neckar und schloss dort mit am A-Examen ab. In Bietigheim-Bissingen bekleidete er seit 2000 eine kombinierte Stelle, er unterrichtete am Gymnasium im Ellental Schulmusik und in der Stadtkirche Bietigheim gestaltete er die Kirchenmusik. Seit 2008 war ausschließlich als Kirchenmusiker im evangelischen Gesamtkirchenkreis Bietigheim tätig.

Burkhard Pflomm und das (Orgel-)Harmonium

Eine besondere Beachtung schenkt Burkhard Pflomm dem Harmonium, jenem Instrument, dass eine kurze Blütezeit hatte und von vielen Organisten häufig unterschätzt wird. Dabei bieten diese Instrumente einen ganz besonderen Klang, Harmonien ähneln den Orgeln, allerdings besitzen sie keine labialen Pfeifen oder Zungen mit Schallbechern sondern einfach nur Zungen, daher auch der Name „Zungenorgel“.

Harmonium
Harmonium

Burghard Pflomm verfolgte nun eine Idee, die die klassische Orgel mit der Zungenorgel verbindet – das Orgelharmonium. Warum sollte man dies nun tun, die Orgel kennt ja auch Zungenregister? Hintergrund war die Kombination eines Orgelklangs, der durch das dynamische Element des Harmoniumklangs kombiniert. Eine Orgel kann man in ihrem Klang nicht abschwächen indem man Wind entzieht, denn dadurch verändert sich die Tonhöhe. Das Harmonium mit seinen durchschlagenden Zungen verändert bei verändertem Wind jedoch nicht die Tonhöhe. (Man beachte, dass dadurch der Spieler in der Situation ist, mit ganzem Körpereinsatz die Musik mitzuatmen, und nicht abhängig vom festen Winddruck wie bei der Orgel ist.)

Ein weiteres Element ist, dass die durchschlagende Zunge eine enorme Flexibilität und Klangverschmelzungfähigkeit besitzen. Dadurch können Sie Klänge erheblich verstärken und gleichzeitig verschmelzen sie mit ihm. So entsteht ein einzigartiger voller, orchestraler Klang der die Vorteile beider Instrumente vereint.
Bei allem Schönen gibt es aber auch nachteile dieses Instruments. Die Zungen des Harmonium verstimmen sich bei Temperaturveränderungen nahezu nicht, daher muss der Orgelteil regelmäßig nachgestimmt werden.
Mich würde es freuen, wenn wir zukünftig auch in Lindau wieder Harmonium-Klänge hören würden.

In der Kapelle St. Wolfgang findet sich versteckt auch ein Harmonium, der Zustand des Gehäuses und der Windversorgung ist zwar nicht besonders, aber klanglich überzeugt das Instrument noch immer.

Chorleiter Burkhard Pflomm

Natürlich ist Burkhard Pflomm als Kantor auch Chorleiter, er leitet die Kantorei Bissigheim. Das Repertoire des Chores umfass von Barock bis zur Morderne sakrale Musik die in Konzerten und Gottesdiensten zum Vortrag kommt. In den letzten Jahren kamen Haydns „Die Schöpfung“, die Markuspassion von R. Kaiser, das Weihnachtsoratorium, die Johannespassion und verschiedene Kantaten von J.S. Bach. Rossinis „Stabat Mater“ wurde in einer eigenen Bearbeitung für Chor, Klavier und Harmonium aufgeführt.

Burkhard Pflomm und die Orgel

Natürlich ist der neue Kantor auch an der Orgel zu Hause, unzählige Artikel finden sich über seine Konzerttätigkeit als Organist. Für seine Zeit in Lindau wurden nun die ersten Weichen gestellt. In einer ersten Besprechung wurde die Weiterführung des ökumenischen Projekt „Orgelmusik zur Marktzeit“ und des „Lindauer Orgelsommer“ in St. Stephan beschlossen. Termine und Interpreten werden zeitnah veröffentlicht. Die Formate schließen sich an die bisherige Praxis an. So werden die Konzerte zum Orgelsommer wieder Donnerstags um 20 Uhr stattfinden, die Orgelmusiken zur Marktzeit Samstags um 11 Uhr.

Willkommen

Mit einem Festgottesdienst in St. Stephan am 9. Mai wird Burkhard Pflomm in seinen Dienst eingeführt. Wir dürfen gespannt auf die neuen Impulse sein, die er mitbringt. Ich freue mich bereits jetzt auf die Zusammenarbeit.